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und einige heisse Tipps ebenfalls auf 
Spätsommer-Wander-Tipp
Mässersee, Geisspfadsee, Maniboden
Mystische Hochzeiten zwischen Stein- und Wassergeistern

Blaue Perle der hochalpinen Welt – der Geisspfadsee
Imfeld (1520 m ü.M.) – Mässeralp – (Eingang zu Maniboden) – Mässersee (2137 m ü.M.) – Geisspfadsee – Grampielpass (2553 m ü.M.) : 3 ½ Std
Grampielpass (2553 m ü.M.) – Geisspfadsee – Maniboden – Imfeld oder Binn : 2 ¾ Std
Das Binntal - Pionier im Naturschutz - weltbekannt für seine Mineralien
Die Geschichte vom Binntal ist voller Überraschungen : der Albrunpass war in der Antike ein viel benutzter Passübergang. Überreste von keltischen Siedlungen und Gräbern bei Schmidigehischere (Hauptort über Binn gelegen), sowie Spuren der alten Römerstrasse in der Twingi-Schlucht bestätigen die frühe Bedeutung des Tals in den Alpen. Bis 1938 war das Binntal allerdings nur durch den engen Saumpfad durch die Twingi-Schlucht mit dem Goms verbunden. Die danach gebaute Strasse war allerdings oft wochenlang wegen Lawinengefahr gesperrt. Erst 1964 wurde ein zwei Kilometer langen Strassentunnel gebaut. Im selben Jahr beschloss die Gemeinde Binn den Grossteil des Tals unter Schutz zu stellen. Sie verpflichtete sich sogar in einen Vertrag mit Pro Natura Wallis und die SAC-Sektion Monte Rosa für die nächsten 100 Jahren auf weitergehende Wassernutzung, den Bau von Seilbahnen, Skiliften und Ferienhaussiedlungen zu verzichten.1977 wurde das Binntal ins Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung aufgenommen. Der couragierte und fortwährende Einsatz für eine intakte Natur mündete 2002 im Projekt Landschaftspark und fand 2011 endlich offizielle Anerkennung und finanzielle Unterstützung mit der Labelvergabe zum Landschaftspark Binntal. Den vier Gründergemeinden haben sich nun weitere drei angeschlossen. Ennet den Albrun- und Grampielpässen setzt sich das geschützte Areal auf italienischem Boden im Parco naturale Veglia-Deveno fort.
Das Binntal ist neben den unzähligen Wandermöglichkeiten und seiner Flora vor allem wegen seinem Mineralienreichtum bekannt. Die kleine Mineraliengrube Lengenbach im zuckerkörnigen Dolomit ist weltbekannt als Typlokalität für viele Sulfosalze. Diese Arsen-, Silber-, Blei- und Thallium-haltigen Mineralien wurden intensiv wissenschaftlich untersucht. Erklärt wird die Mineralienvielfalt der Grube Lengenbach mit einer zweimaligen Metamorphose (Umwandlung) der Arsenlagerstätte. Das Regionalmuseum Binn (neben Hotel Ofenhorn) hat freundlicherweise mehrere Exponate zur Verfügung gestellt. Andere Arsen-haltige Mineralien werden im Gneis der Region Wannigletscher gefunden. Die Bündnerschiefer (wie z.B. im Tal bei Fäld) liefern grosse Rutilkristalle, deren goldenen Titannageln auch für Laien besonders attraktiv aussehen. Aus den Binntal-Gneissen stammen einige der weltschönsten Anatase - eine weitere Titanverbindung. Aus dem Serpentinit des Geisspfadsees stammt die begehrte Granat-Varietät Demantoid. Die verschiedenen Gesteine mit ihren unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen bilden ebenso viele Kontaktzonen, entlang deren Verzerrungen des Erdmagnetfelds und ausgeprägte Kräfte spürbar werden. Dieses Wechselbad von Ausstrahlungsart und Dynamik verleiht den Wanderungen in diesem Tal einen äusserst eindrucksvollen Charakter.
In jeder Hinsicht alpine Perlen : Mässeralp und Mässersee
Je weiter hinauf man über Lengenbach wandert, umso stimmungsvoller strahlen die Wälder und Lichtungen. Dieser Eindruck wird auf der Mässeralp mit einem imposanten Felsblock, eine als Stimmgabel verwachsenene Lärche und links vom Weg viel Wachholder bestätigt : Wachholder bevorzugt nämlich energiereiche Orte. Im Frühsommer ist hier neben Arnika und Orchideen auch das fleischfressende dunkelblauviolette Fettkraut zu bewundern.

kraftvolle Mässeralp
Am Eingang von Maniboden gibt es zwei gut erhaltene Steinhütten. Eines am Rand des Felsgartens von Maniboden ist direkt in zwei riesigen Felsen integriert, das andere am Weg zum Mässersee wird von einem mächtigen Felsblock überragt. Bei diesem Anblick wird sich der Wanderer wieder mal bewusst, welche Dimension dem Menschen gegenüber den Naturkräften zusteht.
Beim Mässersee ist der Bereich der Waldgrenze erreicht. Im glasklaren Wasser tummeln unzählige Qualklappen. Wer gut beobachtet wird auch einige Kröten am Seeufer erblicken. Das sehr seltene Brachsenkraut wächst im Wallis nur in diesem See (darum ist das Baden hier verboten). Isoëtes lacustris wächst auf dem Seeboden in einer Tiefe von 60 bis 150 Zentimenter. Es ist für sein Gedeihen auf glasklarem Wasser angewiesen : getrübtes Wasser durch Tritte am Ufer erträgt diese Wasserpflanze gar nicht. Im sanft gewellten Rahmen der kleinen Terrasse bietet der Mässersee ein äusserst friedvolles Erlebnis an. Zahlreiche Felsblöcke und einzelne Lärchen zieren die talseitige Uferhälfte und verleihen der Kleinode zart-herbe Kraftakzente - ein herrlichen Rahmen für eine kleine Träumerei, eine heitere Meditationszeit...

Idylle pur : der Mässersee
Farbfrohe Schatzkammer der Steingeister - glasklarer, tiefgründiger Geisspfadsee
Nach dem zweiten kurzem Geröllfeld im Aufstieg zum Geisspfadsee erkennt man an der Quelle, die unmittelbar am Wegrand aus einer Spalte entspringt, wie lebendig der zerklüftete Fels ist.
Während dem Aufstieg begleitet Einem auch das Rauschen des nahen Wasserfalls.
Nach den Geröllfeldern queren wir einen langezogenen sanft steigenden Einschnitt im ehemaligen Gletscherriegel. Diese karge Landschaft vermittelt zuerst einen eher öden Eindruck : in diesem alpinen Rahmen verbergen sich Schönheit und Kraft in den stummen Zeugen der Erdgeschichte, die Steine. Die hier liegenden Exemplare weisen wohl alle mögliche Farben auf : von farblos durchsichtig über weiss und alle grau-Schattierungen, von dunkelblau über Malachitgrün bis Türkis, von Ockergelb bis Purpurrot und immer wieder schimmert es in Silber, Gold, Kupfer und Bronze hervor. Die unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen bewirken ebenso unterschiedlichen Impulse, die verschiedenen Kristallstrukturen strahlen ebenso viele verschiedenen Kraftfelder aus, in der entsprechend vielfältigen Felsumgebung des Gletscherriegels entstehen Kontaktzonen mit spürbar-mächtiger und einnehmender Dynamik.
Schliesslich steht man (fast ein bisschen befreit) über die Senke des Geisspfadsees. Die Bergspitzen ringsherum sind zum Greifen nah. Unter den Felsblöcken am See schiessen kleine Quellbäche hervor. Nichts als das Rauschen der Bäche, der Gesang der Vögel, das Brummen der Insekten und der gelegentliche Pfiff eines Murmeltiers begleitet das Sinnieren am klaren Wasser.
Der Geisspfadsee ist eine in sich abgeschlossene hochalpine Welt. Von dort aus sieht man nicht direkt in Talschaften hinab - er ist zweifach abgegrenzt, einerseits durch den soeben durchwanderte Gletscherriegel, andererseits durch die Rundhöcker beim Grampielpass. Diese geschliffenen Felsrücken oberhalb vom See markieren eine besondere Grenze : der Übergang vom Alpensüdhang in den Alpennordhang und gleichzeitig die Wasserscheide vom Po- zum Rhonebecken. Die Bedeutung der Rundhöcker haben intuitiv unzählige Hände mit einer beachtlichen Sammlung von Steinmännchen belegt – einmal mehr ein Beweis dafür, dass der Mensch mehr spürt als er sich bewusst ist.

der Geisspfadsee - eine Welt für sich
Mystische Hochzeit zwischen Stein- und Wassergeistern auf Maniboden
Im Felsgarten von Maniboden haben die Bergriesen gespielt. Trotz allen imposanten Massen vieler Felsen ist der Eindruck auf Maniboden durchaus freundlich. Der steinerne Irrgarten lädt sogar zur Entdeckung ein. Wer sich hinein begibt kann sich auf was gefasst machen. Achtung dichte Wachholder- oder Alpenrosenpolster können durchaus tiefe Löcher zwischen den Felsen verdecken. Mit der gewissen Vorsicht und immer gebührendem Respekt werden Sie nur noch so entzückt staunen. Unzählige Bachläufe und Wasserbecken umrunden die Felsen, schlängeln und teilen sich zu immer neue bewundernswerte Kleinoden. Man könnte durchaus einen Tag lang hier wandeln ohne dass es einem je ausgekostet erscheint, geschweige langweilig vorkommt.

lebhafte Kompositionen zwischen Stein, Kraut und Wasser

Der überraschungsreiche Talgrund von Maniboden
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